Performances

Zizi Rincoliskys Performances stellen ähnlich wie ihre Installationen und ihre Filme eine metaphorische Umsetzung der Psyche des sprechenden Subjekts dar.
Wie im Konzept beschrieben, erscheint diese Umsetzung in Form von Text, Akustik, Bildern und mit Hilfe der experimentellen Psychologie.
Zizi wendet multimediale künstlerische Ausdrucksformen an, um die Sinne des Betrachters zu erwecken. Ihre tägliche Begegnung mit dem sprechenden Menschen: Kind, Mutter, Frau, Man, das Erfassen ihrer Wahnideen und deren Transformation in ein Kunstwerk sind ihr Ziel.
Jede Performance enthält eine Installation, Zeichnungen oder eine Skulptur, Teil der Geschichte, die dann in einem öffentlichen Raum oder einer kommerziellen Galerie ausgestellt werden..



 

 

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la mer-la mère

La mer - la mère - das Meer - meer - mehr - more - encore

Jacques Lacan : "Encore", Seminar XX on Feminine jouissance.

Performance at Warren Beach Rosscarbery, West Cork, Irleland, 2007 and 2008, West Cork Art Center, Summer exhibition

 

 

 

 

 

 

 

 


Inspiriert durch die Verirrungen der Seele
das wilde Toben der Gefühle
ging ich an den Rand des Meeres
um dort zu spielen der Mutter Begehren
unendlich wie der weite Horizont
die Pein der Klagen sich im Wasserspiel sonnt
kein Sinn, nein keine Vernunft
bietet Einhalt der dunklen Brunst

die Chronologie des Lebens
Embryo-Geburt-Spiegel
zeigt das Drama des Begehrens
das in der Melancholie
ein zu Befriedigendes nie

der Andere mit seiner Stimme
die modelliert meinen Blick
Auf Dich - meinen Nächsten

Wasser der Reflektionen
Durch-einander der Projektionen
von Liebe und Haß


Erzählend über das Mehr der Unzufriedenheit
das Schaffend die Kluft
zwischen Ich und mir
mein Ideal
Sitz der Macht zu kreieren und zu zerstören

 

 


 

 

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mer - la mère 2007

Erotomania

 

 

 

 

 


 

 

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Das Ding

Performance / Film
Brüssel 2010

 

Die ursprüngliche, von Celine Bourseaux und Zizi Rincolisky aufgeführte Performance "Das Ding" beleuchtet die Beziehung zu zweit. Während es in ‘la mère-la mer”, und "Solitary Confinement” (Einzelhaft) um die Mutter-Tochter, in "l’amour fou“ um die Mann-Frau geht, dreht sich ‚das Ding‘ um die Mutter-Sohn Beziehung. Das Ding ist das was aus der virtuellen Spiegelachse des Ich und mir ausgeschlossen ist, das was nicht gesehen werden kann. 'Es‘* (das Ding) kann auch nicht verbal erfasst werden, da es außerhalb jeder individuellen Rede steht und somit dem sprechenden Subjekt nicht zugänglich ist. Es wirkt aber in jeder Beziehung zum anderen indem es sich wiederholt, es zerstört, es Angst hat, was sich in dieser Performance bis zur Paranoia steigert. Die Beziehung zu zweit wird zur "folie a deux".
Während Zizi vorträgt, transformiert Celine Bourseaux es in einen Gegenstand an dem etwas vom Ding transparent wird. Das Ding als Holzskulptur mit Inschrift wurde als Metapher für das was außerhalb ist, jedoch immer wiederkehrt, in die verfilmte Dokumentation der Performance eingefügt.

*'Es' , Freuds Begriff für das Unbewusste

 


 

 

 
 
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Solitary Confinement

2010 - Brüssel

 

The transparent acrylic glass container represents the uterus in which the unborn female child moves. The voice of a spoken text describes the effect of the mother’s destructive rapport with her partner on the body of her unborn child. This fete developed a severe bodily symptom at 32 weeks gestation that persisted for years after birth in a relapsing manner. Each time this symptom was triggered by her mother’s paranoid/hysterical passages a l’acte against the other, her partner.
The child in general takes the place of the mother’s missing phallus (see concept) meaning it occupies the place of her lack. The container represents  our confinement to this position, the mother’s lack becomes our lack, the mother’s failure concerning the other  becomes her daughter’s failure or lack even if the latter attempts to rebel against it for a certain amount  of time.
The consecutive inner monologue of the 9 women (age 6 to 86) who spoke through Zizi’s voice in the performance “Solitary Confinement” gives evidence of this confinement, which even starts in the uterus.

 

 


 

 

 

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Solitary Confinement - Einzelhaft

2011 - Berlin

Performance, Hebbel Theater Berlin 2011,  Hau 3 , Festival 100°

Bühnenausstattung: 3 Videoprojektionen, 2 Stoffleinwände, eine Couch


Die Performance „Einzelhaft“ ist eine theatralische Darstellung der weiblichen Père-version, die sich in der Beziehung Mutter-Tochter situiert. Die Mutter zieht die Tochter unweigerlich in ihre Kastration, d.h. ihr Unvermögen gegenüber ihrem Mann herein. Alle Mädchen und Frauen im Alter von 6 bis 86, die von Zizi Rincolisky auf der Bühne gespielt werden, sind gefangen in der imaginären Idee der Mutter über den Vater oder Vaterersatz; ihre Rede auf der psychoanalytischen Couch gibt Zeugnis der verheerenden Auswirkungen dieser Père-version, der Version über den Vater. Celine Bourseaux und Zizi sind gefangen im Spiegelspiel von Mutter und Tochter; letztere fixiert ein bedeutungsvolles Element dieser erzählten Version auf die Leinwand.

Selbst nach dem Zerreißen und aggressivem Bewerfen der Fetzen, ja selbst bei Abwesenheit der Mutter besteht diese imaginäre Idee der Tochter über ihren Vater weiter fort, es gibt keine Auflösung dieser symbiotischen Tochter Beziehung.



Solitary Confinement

 

 

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L’Amour Fou und Pikachu

2013 - Berlin
Performance von Zizi Rincolisky, Hebbel Theater, Festival 100°


Pikachu, außerirdisches Zwitterwesen, geschlechtlos, ewiges Kind, Produkt des non-sense der Signifikanten seiner ver-rückten Eltern. Wer hat ihn? Vater oder Mutter? Der Phallus bleibt Signifikant der Lücke – keiner von beiden hat ihn. In seiner Phantasie hat Pikachu ihn, denn das Zwitterwesen denkt, dass die Mutter mit ihren Worten ihm/ihr den Phallus zuschreibt. So legt Pikachu ihn auf der Bühne vor die Mutter und verhüllt den Phallus mit seinen abgeschnittenen Haaren. Durch diesen Akt entscheidet das Zwitterwesen sich für die Identifikation mit der Frau, die am Ende des Films l’Amour Fou scheinbar den Phallus hat. Aber es ist ein verhüllter, imaginärer Phallus, den die Mutter hat, der ihre Leere füllen soll. Pikachu wird "garçon manqué", der Junge dem etwas fehlt.



 

 

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The Oral Drive

Film

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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